Die
Absicherung der Arbeitskraft schützt die Familie und den Ernährer vor dem
existenziellen Notstand. Berufsunfähigkeit kann schnell oder langsam passieren,
sie kann kommen wenn man jung ist, oder wenn man alt ist. Aber die
Wahrscheinlichkeit ist viel größer, als eine Million Euro im Lotto zu gewinnen.
Und es kann deutlich teurer sein.

Es ist noch
dunkel, als der Vater von drei Kindern morgens in sein Auto steigt. Zu seinem
Geschäftstermin will er pünktlich sein. Er hat an alles gedacht, Unterlagen,
Mobiltelefon, eine kleine Thermoskanne voll mit Kaffee. Woran er nicht gedacht
hat, ist ein unbeleuchteter LKW-Anhänger, mit dreckigen Reflektoren, der in
einer Kurve abgestellt wurde. Viel zu spät sieht er ihn. Er überlebt diesen
Unfall nur knapp, aber er bleibt für immer ein Pflegefall. Was jetzt folgt,
sind fünf Monate Krankenhaus, zwei Jahre Reha und lebenslang Rollstuhl.
Behinderten-gerechter Umbau des Hauses, Kauf von medizinischen Geräten wie
Rollstuhl, Atemgerät oder orthopädischem Bett. Rund um die Uhr Pflege, immer
wieder unterbrochen durch Klinikaufenthalte. Er wird nie wieder arbeiten
können, seine Erwerbsunfähigkeitsrente reicht nicht mal ansatzweise aus, seinen
Lebensunterhalt zu bestreiten. Ganz zu schweigen von einer Frau und drei
Kindern, zwei davon schulpflichtig, eines mitten im Studium. Es ist nichts mehr
wie zuvor. Man steht im reichen Deutschland vor den Trümmern der Existenz und
ist auf Hilfe von Freunden oder Verwandten angewiesen.

Es kann jeden treffen

Oder betrachten
wir mal die Mutter von zwei Kindern. Alleinerziehend, mit dreiviertel Stelle in
der IT-Branche. Der Vater hat sich getrennt, er schafft es kaum, die
Unterhaltszahlungen regelmäßig zu leisten. Am Anfang war es nur eine Brille mit
20. Dann ein größerer Monitor mit Ende 20. Ihre Augen verschlechtern sich mit
30 Jahren so schnell, dass sie mit Mitte 30 schon 90 % ihrer Sehkraft eingebüßt
hat. Den Beruf als IT-Programmiererin musste sie aufgeben. Hier und da jobbt
sie in einer Telefonhotline für den Bruchteil ihres Programmierer Gehaltes.
Anderes Beispiel: Der Vater einer 16-jährigen Tochter hat Rückenmarkkrebs, er
kann nie wieder schmerzfrei sitzen, stehen oder laufen. Jeden Tag erträgt er
die Schmerzen nur mit hoher Dosis an Morphintabletten. Kann er seinen
Managerposten mit Arbeitszeiten von 12-14 Stunden am Tag noch ausüben? Nicht
mehr dran zu denken. Oder: Jagdunfall mit Mitte 40, Unfall mit dem Quad mit
Ende 20, Sturz mit Ende 40, Herzinfarkt mit Anfang 50, Lungenkrebs mit Mitte
30, Reitunfall mit 50, diverse Autounfälle und schwere Geisteskrankheiten. Was
haben diese Fälle gemeinsam? Sie können alle ihren alten Job nicht mehr
ausüben, die meisten davon haben Familie und Kinder und sie sind alle in meinem
privaten Umfeld passiert. Und sicher habe ich noch ein paar vergessen. Die
Menschen spielen jede Woche Lotto, die Wahrscheinlichkeit von sechs Richtigen
kennt jeder. Die Wahrscheinlichkeit, seinen Job aufgrund eines Unfalls oder
schweren Krankheit nicht mehr ausüben zu können, ist um ein vielfaches höher.
Fragen Sie doch mal Ihren Kunden: „Kennen Sie jemanden, der sechs Richtige im
Lotto hatte?“ Ich kenne keinen. Aber dutzende Fälle, wo ein Ereignis das Leben
komplett existenziell gedreht hat. Nicht nur für die betreffende Person,
sondern für die ganze Familie.

Die Frage
„Werde ich berufsunfähig?“ stellen sich viele Menschen und das völlig zu Recht.
Berufsunfähigkeit kann nach Angaben des statistischen Bundesamtes zu jedem
Alter eintreten. Es lässt sich für niemanden ausschließen, dass man durch Krankheit
oder Unfall seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Die staatlichen Leistungen
und sonstigen Versorgungen reichen im Ernstfall bei Weitem nicht aus, um den
Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Alle Personen, die nach dem Jahr 1961
geboren worden sind, erhalten im Falle einer Berufsunfähigkeit durch Unfall
oder Krankheit in der Regel keine Zahlung aus der gesetzlichen
Rentenversicherung, außer es liegt eine komplette Erwerbsunfähigkeit vor.
Erwerbsfähigkeit von sechs Stunden und mehr bedeutet gar keine Erwerbsminderungsrente.
Eine Erwerbsfähigkeit von drei bis unter sechs Stunden immerhin die halbe
Erwerbsminderungsrente, was aber nur ca. 16 % vom letzten Bruttogehalt ist. Und
bei einer Erwerbsfähigkeit von unter drei Stunden wird die volle Erwerbsminderungsrente
fällig. Aber diese beträgt auch nur ca. 32 % vom letzten Bruttogehalt. Und was
viel schlimmer ist: Der Staat kann bei Berufsunfähigkeit außerdem auf alle
üblichen Tätigkeiten verweisen, die der allgemeine Arbeitsmarkt bietet; auch
weniger qualifizierte Tätigkeiten sind zumutbar!

Was ist,
wenn ich krankheitsbedingt arbeitsunfähig bin? Bin ich abgesichert bei längerer
Krankheit? Bei Eintreten einer Arbeitsunfähigkeit kann in der Regel das
bisherige Erwerbseinkommen nicht mehr erwirtschaftet werden. Je nach
Tätigkeitsstatus bzw. Art der Krankenversicherung ergeben sich unterschiedliche
Absicherungssituationen. Krankentagegeld-Fälle dauern immer länger an. Im Falle
einer Arbeitsunfähigkeit aufgrund längerer Krankheit benötigen Sie 100 % des
monatlichen Nettogesamteinkommens (Stufe 2 nach DIN SPEC 77222). Angestellte
Privatversicherte benötigen zusätzlich die Beiträge zur privaten
Kranken-/Pflegeversicherung. Welche gesetzliche Versorgung steht mir zu?
Gesetzlich Versicherte haben bei mehr als sechswöchiger Arbeitsunfähigkeit
Anspruch auf Krankengeld und zwar für längstens 78 Wochen abzüglich
Lohnfortzahlung. Sie müssen aber im Falle des Falles auf rund 25 % ihres
gewohnten Nettoeinkommens verzichten. Seit 1. Januar 2009 haben Selbstständige,
die gesetzlich versichert sind, ihren Anspruch auf Krankengeld verloren. Bei
einer längeren Arbeitsunfähigkeit hat der Selbstständige die finanziellen
Belastungen selber aufzufangen.

Family first

Es gibt in
vielen Bereichen eine Pflicht für Risikolebenversicherungen. In der Regel bei
großen Krediten, wie Immobilienfinanzierungen. Oder einige Firmen schützen sich
damit, indem die Geschäftsführer oder wichtige Gesellschafter mittels Dread
Disease oder Risikoleben abgesichert werden. Und viele Familienväter schließen
diese einfach nur deswegen ab, damit ihre Familie, falls sie den Ernährer
verliert, nicht mittellos dasteht. Aber warum ist dann die Durchdringungsquote
in der BU so gering? Klar, weil sie deutlich teurer ist. Aber will man nicht
sich und seine Familie auch davor schützen? Rechnen Sie Ihren Kunden das vor.
Finden Sie im Falle von Ablehnung oder zu teurer Prämie Alternativen wie Dread
Disease oder EU. Aber lassen Sie ihn und seine Familie nicht im Regen stehen.
Mehr Informationen erhalten Sie beim BU- Expertenservice und/oder in unseren
Sonderheften. (lvs)